Zwischen der Maas und der deutsch-niederländischen Grenze befindet sich – im Südosten von Arcen – das Landgut Arcen (494 Hektar). An der Westseite des Landgutes befindet sich das mit einer doppelten Gracht umgebene Schloss mit den angrenzenden Gärten und dem Naturentwicklungsgebiet ‚Barbaras Weerd‘. An der Ostseite der N271 [Venlo-Nijmegen] befinden sich weitläufige Nadel- und Laubwälder, unterbrochen von einzelnen Weideflächen und den Gewässern ‚Gelders Vlies‘ sowie ‚Straelens Schuitwater‘.

Durch seine günstige Lage an der Maas wurde Arcen bereits sehr früh besiedelt. In der Umgebung wurden archäologische Funde aus der Römerzeit und aus der Zeit der Merowinger gemacht. Die Besiedlungsgeschichte zeigt sich in den alten Gebäuden und Ruinen des Landgutes am deutlichsten. Das Schloss ist dabei eines der auffallendsten Zeugnisse der Vergangenheit. Bei Arcen befand sich bereits vor 1300 ein Vorläufer dieses Schlosses. In dieser Zeit ließ sich nachweislich Elisabeth von Straelen im ‚Huys 't Arssen‘ nieder. Dieses Haus wurde bereits vor 1511 zerstört. Der Wiederaufbau fand zwischen 1511 und 1521 statt, jedoch wurde auch dieses Schloss im Jahr 1646 zerstört. 1653 startete der Bau eines dritten Schlosses. Dieses Jahr lässt sich aus dem Wappen von  Marcelis van Gelder und seiner Frau Johanna Maria van Lützenrode ableiten. Das Wappen kann im Torgebäude des Schlosses besichtigt werden. Das heutige Schloss wurde in mehreren Phasen erbaut. Der größte Teil stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In der Umgebung befinden sich zwei weitere historisch wertvolle Gebäude. Die Zehntscheune gegenüber vom Eingangstor wurde 1713 errichtet und die Wassermühle am Bach stammt aus dem Jahr 1677. Ebenfalls außerhalb der Gärten liegt die Inaborg, ein inzwischen restaurierter Teepavillon. An der südwestlichen Seite des Landgutes befindet sich eine Ruine. Hier befand sich das Kloster von Sint-Barbara, welches 1452 von den Franziskanern aus Köln gegründet wurde. Das Kloster wurde 1586 (während des 80jaehrigen Kriegs) bei einer blutigen Schlacht zerstört. Zum Kloster gehörten ein Fischteich - heute noch als Tümpel an der Ostseite des Weges erkennbar - sowie ein Klosterhof. Der ursprüngliche Klosterhof brannte 1880 bis auf die Grundmauern ab und wurde auf seinem heutigen Standort gegenüber der Fähre von Lottum wieder aufgebaut. Hier befindet sich heute das Buero der Stiftung Het Limburgs Landschap. An der Ostseite des Landgutes befindet sich ein weiteres historisches Zeugnis. Hier stehen noch Wälle und Gräben einer Schanze, dem ‘Fort Hazepoot‘, welches die Fossa Eugenia als Verteidigungsanlage beschützen sollte. Der  Bau dieses Kanals startete auf Initiative der Spanier im Jahr 1625 und sollte den Handel auf dem Rhein von den nördlichen Niederlanden abschneiden, indem der deutsche Rhein mit der niederländischen Maas verbunden wird.  Dieses Projekt wurde niemals vollendet, jedoch sind heute an der Schanze noch Überbleibsel des Kanals sichtbar. Die Spanier wurden bei der Durchführung  von Ingenieur Gerhard Haesenvoet unterstützt, zweifellos der spätere Namensgeber des Forts. Anfang 2006 wurden Teile der Befestigungsanlagen des Forts und der Fossa Eugenia wieder sichtbar, da man an einigen Stellen Bäume und Sträucher entfernt hat. Ebenfalls wurde 2011 wieder das ‘Straelens Schuitwater’ bewässert, ein Gewässer, das früher auch zur Fossa Eugenia gehörte.  Der letzte Privateigentümer des Landguts Arcen war August Deusser, ein bekannter deutscher Maler. Er starb 1942. 1976 kaufte die Stiftung Het Limburgs Landschap die ersten Ländereien des Landgutes von der Stiftung Antonie Deusser. Es kostete viel Zeit und Mühe, um die verwahrlosten Gebäude wieder in ihrem früheren Glanz erstrahlen zu lassen. Das Schloss, die Scheune und Wassermühle wurden in den 80er Jahren restauriert. In dieser Zeit wurden auch die neuen Schlossgärten angelegt, die im Jahr 1988 feierlich eröffnet wurden.